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Montag, 21. Dezember 2015

Controlling in Industrie 4.0 - drei von vielen neuen Aspekten

1.) Der Mensch wird Teil der Cyber-Physischen-Systems

Das Aufgabenspektrum der und die Anforderungen an die Mitarbeiter werden wesentlich größer. *) Daraus folgt:

1. a) Zuordnung der Personalkosten

Wie sieht zukünftig die Zuordnung der Personalkosten auf die Produkte aus?
Hypothesen:
Personal wird in vielen Fällen nicht mehr einem Arbeitsplatz zugeordnet und im Kostensatz mitverrechnet werden können. Personal wird auf eigenen Kostenstellen geführt und auf Basis einer Prozessanalyse bzw. via RFID (Radio Frequent Identification) Chips entweder direkt dem Produkt (bzw. Auftrag) oder der jeweiligen Maschine zugerechnet werden. Diese Zuordnung erfolgt auf unterschiedlichen Aggregationsebenen des Wertschöpfungsprozesses (z.B. die Zuordnung von Planungs- und Steuerungsaktivitäten kann nur auf die gesamte Wertschöfung erfolgen). Für die Unternehmenssteuerung bedeutet dies eine notwendige Erweiterung der bisherigen arbeitsplanbasierten Betrachtung.

1.b) Ausbildung als immaterielles Vermögen

Interdisziplinäres Denken, Verständnis vernetzter Systeme und IT-Kompetenz bedeuten, dass das oft strapazierte „Lebenslange Lernen“ Realität werden wird.
Die Spitze der 4.0 Industrie wird Ausbildungen selbst organisieren oder diese (mit)finanzieren. Aus Sicht der Kosten- und Leistungsrechnung bedeutet dies - jenseits der Rechnungslegungsvorschriften - eine Investition in „immaterielles Vermögen“ und eine einer IT-Investition entsprechenden Verteilung (Amortisation) auf mehrere Jahre. Hier wird es einer neuen Zusammenarbeit von Personalmanagement und Controlling bedürfen.


*) Nicht zwangsläufig für alle: In der Produktion kann es auch zu einer  Entwertung mancher Arbeitsgänge auf reine Zuarbeit - wie etwa das Befüllen von Maschinen (siehe Toyota) - kommen.

2.) Investitionen in vernetzten Systemen
sind in ihren Auswirkungen in mehrerlei Hinsicht komplexer:

  • Nutzen entsteht an verschiedenen Stellen im System und ist daher analytisch schwieriger herauszuarbeiten.
  • Vorteile entstehen auch außerhalb der eigenen Wortschöpfung, wirkt aber auf diese.
  • Flexible Systeme erlauben situative Anpassungen und damit situativ unterschiedliche Nutzen.
Realoptionsanalyse wird zum Gebot der Stunde.